Videospiele haben schon immer die Grenzen des Spektakulären ausgelotet, doch manche Spiele gehen noch einen Schritt weiter, indem sie sich voll und ganz einer brutalen, viszeralen und manchmal sogar verstörenden Ästhetik verschreiben. Sogenannte „Gore“-Spiele geben sich manchmal nicht damit zufrieden, Gewalt nur zu zeigen: Sie inszenieren sie mit grafischer und emotionaler Intensität. Hier ist eine erste Auswahl an Spielen aus dieser Kategorie, von denen jedes auf seine Weise zeigt, warum Gore zu einem unvergesslichen Spielerlebnis beitragen kann.
An erster Stelle nennen wir The Outlast Trials. Es stürzt den Spieler in grausame psychologische Experimente, die an menschlichen Versuchskaninchen durchgeführt werden. Gore ist hier allgegenwärtig, dient aber stets einer beklemmenden Atmosphäre. Verstümmelungen, Schreie und schreckliche Umgebungen verstärken das totale Eintauchen in den experimentellen Horror. Achtung, nichts für schwache Nerven: Hier werden Zähne herausgerissen und Bohrer in die Augen gerammt.
Als jüngster Ableger der Saga setzt Resident Evil Requiem auf eine Mischung aus körperlichem Horror und erzählerischer Spannung. Die missgestalteten Kreaturen und grotesken Verwandlungen veranschaulichen den Body-Horror eindrucksvoll, während Léon den Zombies mit der Kettensäge und jedem geeigneten Gegenstand die Köpfe zerschmettert. Die berühmten „Fatalities“ von Mortal Kombat, die zu einem Maßstab für grafische Gewalt geworden sind, verwandeln jeden Kampf in ein blutiges Spektakel.
Bei Serious Sam 4 ist es übertrieben und fast schon cartoonhaft. Die Gegner explodieren in einem Blutregen in Stücke und tragen so zu einem rasanten und berauschenden Erlebnis bei. Scorn ist ein eigenständiges Kunstwerk, inspiriert von der biomechanischen Ästhetik. Man kann es mit organischem Horror assoziieren, der verstörend und in den Kulissen selbst allgegenwärtig ist und so ein einzigartiges Erlebnis schafft. Erwähnenswert ist auch Silent Hill 2, in dem der Gore subtiler, aber zutiefst verstörend ist. Er ist Teil einer Art psychologischer Grausamkeit, bei der die Monster und Umgebungen die inneren Qualen der Charaktere widerspiegeln.
Wechseln wir noch einmal ein wenig die Art des Gores, mit den ersten Episoden von God of War, die von intensiver mythologischer Gewalt geprägt sind. Die Bosskämpfe und die Kämpfe gegen die Götter sind dort oft extrem blutig. Das äußerst umstrittene Hatred treibt die Gewalt auf die Spitze. Sein Reiz liegt vor allem in der Reflexion, die es über die Grenzen des Mediums und der Darstellung anregt. Anders verhält es sich bei Dead Space, einem Musterbeispiel für Gore-Survival-Horror. Das strategische Zerstückeln der Gegner steht im Mittelpunkt des Gameplays und macht die Gewalt sowohl nützlich als auch furchterregend.
Gore-Videospiele beschränken sich nicht darauf, zu schockieren: Sie erforschen starke Emotionen, verschieben Grenzen und hinterfragen unser Verhältnis zu virtueller Gewalt. Ob stilisiert, realistisch, psychologisch oder grotesk – diese Brutalität dient oft einer ganz bestimmten künstlerischen oder spielerischen Vision. Diese Spiele beweisen, dass dieser Aspekt des Videospiels, wenn er gekonnt eingesetzt wird, das Spielerlebnis bereichern und einen bleibenden Eindruck hinterlassen kann, indem er Unbehagen in Faszination verwandelt. Bis bald in Teil 2!
10. Serious Sam 4
- Erhältlich für PC, PS5 und Xbox Series X|S
9. World War Z
- Erhältlich für PC, Switch, PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series X|S
8. God of War Remastered
- Erhältlich für PS4
7. Dead Space
- Erhältlich für PC, PS5 und Xbox Series X|S
6. Scorn
- Erhältlich für PC, PS5 und Xbox Series X|S
5. Hatred
- Erhältlich für PC
4. Resident Evil Requiem
- Erhältlich für PC, Switch 2, PS5 und Xbox Series X|S
3. Silent Hill 2
- Erhältlich für PC, Xbox Series X|S und PS5
2. Mortal Kombat X
- Erhältlich für PC, PS4 und Xbox One
1. The Outlast Trials
- Erhältlich für PC, PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series X|S